| Pepper Farm |
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Heutzutage hat sich die Pfefferproduktion der Nachfrage nach Pfefferspezialitäten angepaßt. Zusätzlich zur normalen Produktion des schwarzen Pfeffers wird noch extra scharfer schwarzer Pfeffer und naturbelassener schwarzer Pfeffer hergestellt. Die Produktion des grünen Pfeffers beinhaltet auch die Pfeffersoße und den eingelegten Pfeffer. Weitere Produktionen sind auch der süße Pfeffer und der parfümierte Pfeffer.
"Geh’ dahin, wo der Pfeffer wächst!"
Diesen Spruch hat wohl jeder schon einmal in seiner Kindheit gehört, oder in irgendeiner Form selber benutzt. In Sarawak jedoch, ist der Pfeffer Arbeitsplatz für rund und 67000 Landwirte, die sich hauptberuflich um die üppigen grünen Gewürzgärten in dem fruchtbaren Tiefland kümmern. Touristen auf ihrem obligatorischen Ausflug zu den Langhäusern sehen auf beiden Seiten der Strasse (von Kuching nach Serian und in Richtung der Flüsse Skrang und Lemanak Ulu Ai) die Pfeffergärten. Gut instruierte Reiseleiter erzählen ihren Gästen alles über dieses edle Gewürz, und beantworten auch Fragen wie "welche Art des Pfeffers wächst auf diesen Pflanzen – schwarz oder weiß?" Sich das alles von der Reiseleitung anzuhören ist eine Sache, aber wie sieht es aus, alles direkt aus erster Hand zu erfahren. Dies muß sich Mr. Liew, einer der 67000 Pfefferfarmer gedacht haben, als er sich dazu entschloss, seinen Hof und seine Plantagen für Besucher zu öffnen und ihnen alles haarklein zu erklären. Schon nach kurzer Zeit ist jedem bewusst, Mr. Liew ist Pfefferfarmer mit Leib und Seele. Schwarz oder Weiß?
Die Vorfahren von Mr. Liew, und auch von vielen anderen Farmern, sind auch Hakka. Dieses abenteuerliche Volk kam von China aus nach West Borneo um dort nach Gold zu suchen. Dieses ging einige Zeit ganz gut, aber irgendwann war auch die Goldernte erschöpft. So entschlossen sich einige der Hakka ganz bewusst in den Tiefebenen andere Schätze der Erde zu produzieren die genau so gut oder sogar besser sind, als die Mineralien, wonach bisher gesucht wurde. Pfeffer, schwarz oder weiß, ist das Produkt einer Rebe namens Piper nigrum. Der Pfeffer wächst wie eine kleine Traube. Um schwarzen Pfeffer zu bekommen, müssen die prallen grünen Beeren gepflückt werden, und anschließend in der Sonne getrocknet werden. Dies geschieht in der Regel im Langhaus neben der Veranda unter offenem Himmel. Je trockener die Beere wird, so schwärzer ist die Haut. So entsteht der schwarze Pfeffer. Die Produktion von weißem Pfeffer ist arbeitsintensiver. Die reifen Beeren werden gepflückt, und solange in Wasser eingeweicht, bis die rötliche Schale weich geworden ist. Danach werden die Beeren auf einer Matte solange gerieben bis das sahnige weiße Pfefferkorn aus der Schale sich löst. Frisch von der Farm Es werden Unmengen von Pfeffer angebaut und getrocknet, aber nur der Beste ist für den Export geeignet. Das Pepper Marketing Board hat strenge Qualitätsstandards. Nur die vollen großen Körner werden als oberste Handelsklasse vermarktet. Alle anderen Körner werden weiter verwendet, aber sie erzielen nur einen geringen Preis. Die Besucher von Mr. Liew’s Pfeffergärten spazieren auf den Wegen am Rande der sauber gehaltenen Plantagen, machen selbstverständlich ihre Photos und erzählen dann zu Hause: "Ich ging dort, wo der Pfeffer wächst!" Am Rand der Plantage werden noch einige heimische Gemüsearten wie "trong Dayak", "changkok manis", "buah laboh" und "serai" angepflanzt. Die Reiseleitung ist in ihrem Element bei der Erklärung, wie die verschiedenen Gemüsearten gekocht werden. So ganz nebenbei wird gesagt: "In 10 Minuten essen wir alle zusammen changkok manis zu Mittag!" Auf der schattigen Veranda des Farmhauses zeigt ein junger Arbeiter, wie und nach welchen Richtlinien der sonnengetrocknete Pfeffer sortiert wird, also in die großen vollen Körner und die anderen. Das Gerät welches er dazu benutzt nennt sich "spiral separator", ein verzinnter Zylinder mit innenliegender Spirale. Ein Eimer mit getrockneten Pfefferkörnern wird dort hineingeschüttet, und die Zentrifugalkräfte machen den Rest. Das Ergebnis ist dann in zwei Körben zu sehen. Die meisten Besucher kaufen sich nach dem Rundgang um Liew’s Pepper Farm, einige Päckchen des garantiert frischen Pfeffers, um das bevorstehende Mittagessen, gut bestreut mit Sarawak Pfeffer, zu genießen. |